50 Jahre Segelverein in Storkow

 

Die Gründungsurkunde des Segelvereins trägt das Datum 05.12.1959. Mit diesem Dokument, wurde die Idee von den zwei begeisterten Seglern Richard Sperling und Günter Roth einen Segelverein zu gründen, Wirklichkeit.

Am 26.Mai 1990 schrieb der Verein in einer neuen Satzung die heutige Struktur fest und der Name „Segelverein Ciconia Storkow“e.V. ist seit dem im Vereinsregister eingetragen.

Vor 1990 arbeiteten mehrere Vereinsmitglieder im Bezirksfachausschuss Segeln (BFA - quasi der Landesverband) im damaligen Bezirk Frankfurt/Oder ehrenamtlich. Alle organisiertenSportler waren Mitglieder im Deutschen Turn- und Sportbund (DTSB), die Segler im Bund Deutscher Segler (BDS). Nach 1990 vereinigten sich auf der Grundlage der Vereinigungsurkunde der Deutsche Segler-Verband und der BDS. Heute ist der Verein Mitglied im DSV, im Verband Brandenburgischer Segler e.V. (VBS), im Landessportbund Brandenburg .V. (LSB) und im Kreissportbund Oder-Spree e.V. (KSB). Auch jetzt sind im VBS Mitglieder unseres Segelvereins ehrenamtlich tätig. Seit Vereinsgründung wird die Jugendarbeit mit viel Elan gefördert, was sich in zahlreichen hervorragenden Ergebnissen widerspiegelt. Im Jahr 1974 wurde im Verein ein Trainingszentrum für Kinder- und Jugendliche aufgebaut und seit 1992 ist unser Segelverein Landesleistungsstützpunkt des Landes Brandenburg. Der Segelverein erhielt mehrfach die Auszeichnung mit der Blauen Europa-Flagge, erstmalig 1994 als einer der ersten vier Vereine aus den neuen Bundesländern.

In der Station Junger Techniker wurde 1961/62 der erste Cadet gebaut und im Verein von den nachfolgenden Nutzern, den Kindern, feierlich getauft. Die Sektion wuchs ständig, 1963 gab es 55 Mitglieder und 19 Segelboote verschiedenen Typs. Im Mai 1964 wurden vom Rat des Bezirkes Frankfurt/Oder die geplanten Mittel für den Bau der Wassersportanlage gestrichen. Der Antrag zum Bau einer Steganlage am Bollwerk, gerichtet an die Fachhochschule für Binnenfischerei (gestellt im Dezember 1964), wurde im Januar 1965 aus produktionsbiologischen Gründen“ abgelehnt. So konnte vorerst nur das Gelände eingezäunt werden. Erst im Januar 1965 wurde die Baugenehmigung zum Bau der großen Bootshalle erteilt und am 28.04.1965 begann mit dem Auswinkeln des Bauplatzes der Bau. Die Mitglieder erbauten die große Bootshalle in Eigenleistung. Die Finanzierung erfolgte zum Teil aus Lotto- und Totomitteln, durch Zuwendungen vom Rat der Stadt Storkow und durch vorausbezahlte Mitgliedsbeiträge und Liegegebühren der Mitglieder. Zu dieser Zeit wurde wenig gesegelt. Die Hauptaktivitäten waren Kies und Zement mischen, Steine stapeln und mauern. Im Dezember 1965 wurde der erste Bauabschnitt im Bootshaus gefeiert. Um den Bau der Jugendhalle durchführen zu können, mussten auf dem dafür vorgesehenen Gelände Bäume gefällt werden. Dabei hatten wir tatkräftige Unterstützung durch eine Brigade der Roten Armee. Ohne deren schweres Gerät, wäre es wohl kaum zu schaffen gewesen. Die Verständigung mit den Soldaten und Offizieren übernahm mit großem Eifer der Sportfreund Edmund Raffel. 1982 wurde der Bausatz -natürlich in Eigenleistung aufgestellt und umgehend von der Jugend in Besitz genommen. Im April 1982 konnte die von den Seglern auf dem Gelände des Rudervereins gebaute Halle dem Ruderverein zur eigenen Nutzung übergeben werden. Einem Trainingszentrum sollten eigentlich Umkleideräume, Schulungs- und Lagerräume zur Verfügung stehen. 1989 wurde deshalb der letzte größere Bau begonnen, das Projekt „Sozialgebäude mit Sanitärenanlagen“ und Schulungsräumen für das Trainingszentrum. Dieses Sozialgebäude ist unser  heutiges Clubgebäude. Es wurde mit staatlicher Finanzförderung, durch Beiträge von Sponsoren und mit viel Eigenleistung 1991/1992 fertig gestellt. Seit der Fertigstellung wird es für Schulungen, Versammlungen, Trainingslager und sonstige Veranstaltungen oft und gerne genutzt.


Nach 40 Jahren Dienstzeit musste der betonierte Teil der Slipbahn erneuert werden. Wie in all den 50 Jahren seit Bestehen des Vereins wurde auch diese umfassende Erneuerung in Eigenleistung durchgeführt und 2009 abgeschlossen. Ihre Bewährungsprobe hat sie beim Abslippen am 25.04.2009, dank der professionellen Vorbereitung und Durchführung, mit hervorragendem Ergebnis bestanden.

In der DDR-Zeit wurden bei uns Kreisspartakiaden und Regatten für 20er organisiert, die 5-Stunden-Wettfahrt und die Regatta zum Tag der Republik gesegelt. Seit 1990 haben wir im Mai den Opti-Cup, eine Ranglistenregatta für die jüngsten Segler. Bei bis zu 150 startenden Booten herrscht auf unserem Gelände quirliges Treiben und viele Helfer an Land und auf dem Wasser sind nötig. Die Kinder kämpfen und kommen auch gerne nach Storkow, denn jeder erhält ein Erinnerungsgeschenk und es gab sehr originelle Preise wie beispielsweise eine Schlackwurst. Fred Goldberg organisierte zu diesem Anlass einmal eine ganz besondere Einlage, das Aalgreifen.


Ab 1977 hat sich Heidrun Trommer als ausgebildete Trainerin intensiv dem Kinder- und Jugendsport gewidmet. In allen Bereichen, theoretischem Training, Wassertraining, Begleitung bei Regatten, Materialreparaturen, Anträge stellen, Finanzen des Jugendbereiches bearbeiten und vielem mehr, war sie über 30 Jahre umsichtig, zuverlässig und korrekt ehrenamtlich tätig. Vor 1989 starteten die Bootsklassen immer gemeinsam bei Regatten. Damit bildeten sich zwischen den kleinen  und großen Aktiven sowohl an Land als auch auf dem Wasser innerhalb der Wettfahrten sehr enge freundschaftliche Beziehungen heraus, die es ermöglichten, dass die Älteren den Jüngsten auch auf dem Wasser Hinweise geben konnten (den Übungsleitern war es ja nicht erlaubt aktiv einzugreifen). So konnten alle voneinander lernen und es entstand eine gute Gemeinschaft. Die sportlichen Erfolge der Kinder und Jugendlichen der Sektion Segeln von „Fortschritt Storkow“ über den Kreis- und  Bezirksbereich hinaus bis zur DDR-Spitze begannen in der Bootsklasse Optimist, später dann im Cadet und 420er. Hinter diesen Erfolgen stehen viele Helfer. Beginnend mit der anfänglichen Unterstützung durch Opa Roth halfen in den folgenden Jahren Vorstandsmitglieder, Übungsleiter, sonstige Helfer und Eltern tatkräftig.


Ab 1980 verstärkte Undine Unger hauptamtlich als Trainerin im Trainingszentrum unser Team und dadurch konnte kontinuierlichesTraining und Betreuung abgesichert werden. Auch ihrem selbstlosen Einsatz ist es zu verdanken, dass gute und sehr gute Ergebnisse erreicht wurden. Hervorzuheben ist, dass sie nach ihrer hauptamtlichen Tätigkeit viele Jahre ehrenamtlich als Trainerin tätig war. Wir hatten es wieder geschafft! Die Namen der Storkower Europe-Seglerinnen waren mittlerweile bundesweit bekannt. Leider wurde die Bootklasse Europe überraschend nicht mehr als olympische Bootsklasse aufgestellt. Aber auch in der olympischen Laser-Radial-Klasse wurden anschließend Medaillen bei Deutschen Meisterschaften und erstmals bei einer Europa-Meisterschaft erkämpft.
Auch wenn es noch vieles zu berichten gibt,  werden wir den kleinen Abriss an dieser Stelle beenden. Aber eins ist sicher es geht weiter. 

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